Der Wechsel der hinteren Radlager beim KAD-B

Wie es funktioniert und welche Schwierigkeiten dabei auftreten können...

 

Diesen Bericht verdanken wir einem unserer Leser. 

Er hat die Vorgehensweise beim Radlagerwechsel sehr detailliert dokumentiert und uns zur Verfügung gestellt.

Auf diesem Wege nochmals ein herzliches Dankeschön!

 

Einleitung:

Der Lagerwechsel ist eine aufwendige und anstrengende Arbeit. Jeder dem es erspart bleiben kann, kann sich glücklich schätzen. 

Zu lange sollte man allerdings auch nichts warten, da bei schadhaften Lagern die Radzapfen anfangen, auf den Innenringen der Lager 

zu laufen. Somit laufen sie sich ein.

Wir haben mit zwei Mann zwei gesamte Tage damit verwandt, die Lager zu wechseln. Des Weiteren hatten wir gelegentlich noch Hilfe 

eines Dritten.

 

Folgende Dinge haben wir außer dem normalen Werkstattzubehör benötigt:

 

- Drehmomentschlüssel, kleine Ausführung bis 200 NM

- Drehmomentschlüssel, mittlere Ausführung bis 400 NM

- Drehmomentschlüssel große Ausführung mit ¾ Zoll Aufnahme, bis 800 NM

- Mittleren Schlagschrauber

- 46 mm Nuss mit ¾ Zoll Aufnahme

- Reduzierstück von ¾ auf ½ Zoll

- einen selbstgebauten Halteschlüssel aus L-Profil, sollte viel aushalten können

 

 

                   Abb.1    selbstgebauter Halteschlüssel                       

 

        Der Halteschlüssel kann mit zwei Radmuttern an zwei Radbolzen angezogen werden. 

        Die Löcher so gestalten, dass der Schlüssel nicht im Gewinde der Bolzen sitzt, sondern auf dem Konus der Radmuttern.

 

- selbstgeschweißtes Rohr mit starrer ¾ Zoll Aufnahme, quasi unzerstörbar

- viele Stahlsechskante, auch in großen Durchmessern

- viele Platten, Rundmaterialien, Scheiben, etc.

- eine mittelgroße Drehbank

- einen Werkzeugmacher, einen Werkzeugmachermeister

   

Wir haben alle Tätigkeiten am aufgebockten Fahrzeug durchgeführt. 

Dies empfiehlt sich gegenüber einer Hebebühne, da der Halteschlüssel sich gegen den Untergrund abstützen kann.

 

Die Kronenmutter:

-     entsplinten, Halteschlüssel mittels zweier Radmuttern an zwei Radbolzen befestigen

-     mit dem selbstgeschweißten Rohr und enormer Kraft die Mutter lösen, die von Opel gewünschten 38 kpm sind realistisch, 

      zum Lösen haben wir bestimmt 500 NM gebraucht. Mit vielen Drehmomentschlüsseln kann man nur Schrauben nur anziehen, 

       nicht lösen, deshalb das Rohr.

-     das Gewinde der Mutter und des Radbolzens ist M 30 x 2 mit Rechtsgewinde (Fahrer- und Beifahrerseite)

-     Mutter mit Abdeckscheibe abnehmen.

 

Abb.2    Mutter M30x2 mit Scheibe und Nuss

 

 Abb.3    Radnabenzapfen mit bereits gelöster Mutter

 

 

Die Nabe:

-     Sitzt auf einer ca. 60 mm langen Verzahnung auf dem Radbolzen.

-     Sehr fest, falls kein Abzieher gemäß Handbuch vorhanden ist, hier aufhören oder selbst einen fertigen; 

       dieser muss enorme Kräfte aushalten und sehr stark dimensioniert sein. Wir haben einen gebaut, und mehrmals 

       unsere Mittelschraube neu fertigen müssen, da Sie nicht mehr zu gebrauchen war. 

       Zum Schluss war Sie auf M 22 x 1,5 mit einem verlängerten Büchseneinsatz in der Grundplatte.

-     Wir haben einen Ringschlüssel zum Anziehen des Abziehers verwandt, auf den wir uns mit aller Kraft draufgestellt haben. 

       Sonst war nichts zu machen, die Nabe sitzt wahnsinnig fest.

 

Abb.4    selbstgebauter Nabenabzieher bereits angesetzt

 

Abb.5    Nabe und Radzapfen erfolgreich demontiert

 

Der Radzapfen:

-         kann wie im Handbuch beschrieben nach innen mit einem Kunststoffhammer herausgeschlagen werden. 

           Vorher muss die Antriebswelle an beiden Enden gelöst und entfernt werden.

 

            Abb.6   Radnabe von innen gezeigt ohne den Radzapfen

 

       Abb.7   Radnabe von aussen gezeigt ohne den Radzapfen

 

 

Der Lagerausbau:

- Seegering und Distanzscheibe entfernen

- mittels Scheiben und Buchsen wird das Lager am Innenring aus dem Führungsrohr herausgezogen.

 

Abb.8  Radlager und Werkzeuge zum Ausziehen

 

           Abb.9  Das Lager kommt aus seinem Sitz

 

 Abb.10  Das Lager ist entfernt

 

 Der Lagereinbau:

- mittlels anderer Scheiben kann das Lager am Außenring eingezogen werden.

- Seegering und Distanzscheibe wieder einbauen. Toleranz laut Handbuch messen, ggf. Distanzscheibe wechseln / neue fertigen.

 

  Abb.11   Drehteile zum Lagereinziehen

 

Die Nabe wieder einziehen:

    -     Radzapfen von innen durchstecken und Nabe auf Verzahnung setzten.

    -     Mit Rohr Nabe auf Radzapfen aufschlagen, sodass mindestens 10 mm des Gewindes außen sind 

           (Radzapfen von innen gegenhalten).         

           Achtung: Verzahnung nicht mit großen Hammer und Schwung „verdonnern“, falls Sie nicht sitzt.

    -     Nun mit einer angefertigten Mutter Nabe aufziehen, am besten 40 mm dick oder mehr. 

           Die Kronenmutter hält den Belastungen nicht immer stand, wie wir feststellen mussten.

 

 Abb.12  Selbstgefertigte Anziehmutter

 

      -     Halteschlüssel anbringen, mit großem Drehmomentschlüssel und viel Kraft Nabe auf Verzahnung ziehen, 

             bis ca. 400 NM erreicht sind. Nun sollte die Nabe komplett spielfrei am Lager sitzen.

      -     Aufziehmutter gegen Kronenmutter tauschen und auf ca. 400 NM anziehen, versplinten.

           

    Wer nicht im Besitz des Spezialnabenabzieher ist, sollte unbedingt jemanden mit Ahnung und einer Drehbank in der Nähe haben. 

    Die Lager gibt es bei www.Markenautoteile.de zu 84 EUR das Stück. 

    Diese sind dann von SKF und RS-Lager (abdichtet). Die Kronenmutter habe in nirgends gefunden, die Gewindeschneider gibt es. 

    Die Kronenmuttern sind selbst anzufertigen, falls man sie zerstört.

    Die großen Drehmomentschlüssel und das Rohr habe ich mir von Bekannten und dem örtlichen Busbetrieb geliehen. 

    Es sind enorme Kräfte und viel Anstrengung von Nöten, die Nabe ein- und auszubauen.

 

(Ungenannter Autor)

15.10.06

   

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