Wie hat mein Kapitän, Admiral oder Diplomat das Werk verlassen ?

Informationen zum Modell-Code:

 

 

 

Das Problem:

Viele KAD-Besitzer, die Wert auf Originalität legen, stellen sich irgendwann die Frage,

mit welchen Extras ihr Fahrzeug das Werk verlassen hat.

Genauso interessant ist die Frage, ob das eigene Fahrzeug für den inländischen oder

für einen der Exportmärkte gebaut worden ist.

 

Die Lösung:

Auskunft darüber gibt das geprägte Blechschild links neben dem Motorhaubenschloss.

Man findet darauf zum einen den Modell-Code, zum anderen den Code für die verbauten Extras.

Modell-Code am Beispiel des Diplomat-B V8 (1976)

 

 

Die Zahlenschlüssel der Extras findet man in den Preislisten.

Sie sind hier nur durch einen Bindestrich getrennt (z.B. 52-9 statt 529 für Servolenkung).

Es gibt aber auch für einige Extras Zahlenschlüssel, die heute kaum nachvollziehbar sind.

Die 695 ist ein Code für "Sonderausstattung", der vermutlich gleitend verwendet wurde.

Die 586 findet man nicht in den Preislisten, gehört aber zur Gruppe der Vordersitze und

beschreibt vermutlich die Montage von Kopfstützen/ Gurten im Rahmen der Grundversion.

Genauso findet man die Codes der Dach-/ Polsterkombinationen in den Farb-/Polstertabellen.

Die lange Zahl vor dem Modell-Code ist die Produktions-Auftragsnummer, nach der das Schild benannt ist.

Das ganze kam damals von den Hollerith-Karten (Lochkarten), die für die computergesteuerte Fertigung

verwendet wurden und die 80 Spalten hatten. Deshalb gingen die Schlüssel bei Opel von 01? bis 80? = 80 Spalten.

(Bei anderen Herstellern übrigens auch, da diese Karten von IBM kamen und die damals das Quasi-Monopol

 für Computer hatten.)

 

Es ist also bei stark veränderten Fahrzeugen mit Hilfe dieser Angaben möglich, den Originalzustand festzustellen.

Aber wer hat nicht schon das eine oder andere Extra nachgerüstet...

 

(Mit freundlicher Unterstützung von Clemens)

G.W.

15.03.2004

 

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